Hochschule-Detmold MuWi Uni Paderborn
pointergermanenglish
Sie sind hier:  Home > Studium > Studiengänge > Musikwissenschaft MA > Informationen zum Studiengang

Informationen zum Masterstudiengang "Musikwissenschaft"

Regelstudienzeit: 4 Semester
Leistungspunkte: insgesamt 120 Leistungspunkte, davon 78 Leistungspunkte für die Module 1-6, 12 Leistungspunkte für das Studium generale, 30 Leistungspunkte für die Master-Arbeit
Abschlussgrad: Master of Arts
Besonderheit des Studiengangs: wissenschaftliche Profilierung nach eigener Schwerpunktsetzung, Erwerb von Vermittlungskompetenzen
Studienplan: Download als pdf (90 KB)
Prüfungsordnung: Download als pdf (129 KB)

1. Leitidee
2. Ziel des Studiums
3. Zulassung
4. Curriculum
5. Die Berufsfeldorientierung des Studiengangs
6. Modulübersicht

1. Leitidee

Der MA-Studiengang baut auf dem BA-Studiengang "Musikwissenschaft" auf und führt nach weiteren vier Studiensemestern mit dem Master zu einem höher qualifizierten berufsqualifizierenden Abschluss. Im Rahmen dieses Studiengangs sollen die in dem BA-Studiengang "Musikwissenschaft" erworbenen Fachkompetenzen sowohl in historischer und systematischer als auch in theoretischer und berufsbezogener Dimension erweitert werden. Dabei wird besonderes Gewicht auf den bislang häufig vernachlässigten Erwerb von Vermittlungskompetenzen gelegt.

Der MA-Studiengang dient einer stärkeren wissenschaftlichen Profilierung der Studierenden. Durch die Möglichkeit zur Vertiefung der während des BA-Studiums erworbenen Kompetenzen in den verschiedenen Teilbereichen der Musikwissenschaft sowie durch eine stärkere Integration allgemeiner kulturgeschichtlicher Fragestellungen und eine Erweiterung des Repertoires musikwissenschaftlicher Methoden soll vornehmlich die Fähigkeit der Studierenden zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit ausgebaut werden. Zugleich wird in den beiden Modulen "Berufsfeldbezogene Praxis" besonderer Wert auf eine Erweiterung und Vertiefung fachbezogener Handlungskompetenzen gelegt. Durch die Möglichkeit, innerhalb des Moduls M 4a die für das Studium der Musikwissenschaft relevanten Sprachkenntnisse zu erweitern bzw. zu vertiefen, wird zudem einer möglichen internationalen Ausrichtung des späteren Berufseinstiegs Rechnung getragen.

Der Studiengang zielt darauf ab, die Studierenden entweder für eine wissenschaftliche Laufbahn oder für die breit gefächerten Berufsfelder außerhalb von Universität, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen vorzubereiten, etwa im Verlags- und Editionswesen, in Konzert- und Musiktheaterdramaturgie, im Kulturmanagement sowie in der Publizistik. Die Studierenden sollen durch die wissenschaftliche Arbeit mit und an der Musik geschult werden, kulturelle Prozesse und Entwicklungen in ihrer historischen und gegenwärtigen Dimension zu erfassen, kritisch zu analysieren und sowohl einem Fachpublikum als auch einem nicht oder nur wenig vorgebildeten Publikum zu vermitteln. Dazu gehört, komplexe Zusammenhänge möglichst ohne Sinnverlust bzw. –verfälschung zu reduzieren, in mündlicher und schriftlicher Form sowie unter Einsatz moderner Informations- und Präsentationstechnologien. Das setzt nicht nur ein fundiertes kultur- und musikwissenschaftliches Wissen voraus, sondern auch innerhalb des Studiums herauszubildende und zu optimierende kommunikative Kompetenzen wie Präsentieren, Moderieren, Diskutieren, kreativ Inszenieren etc.

2. Ziel des Studiums

  • Vermittlung vertiefter Kenntnisse der Musik in ihrer gesamten phänomenologischen Breite
  • Besonderen Befähigung zur Teilnahme am Diskurs der Disziplin durch einen verstärkten Einbezug aktueller musikwissenschaftlicher Forschungsergebnisse
  • Systematischer Ausbau der im BA-Studiengang erworbenen methodischen und berufspraktischen Fertigkeiten

3. Zulassung

Zu dem MA-Studiengang "Musikwissenschaft" kann zugelassen werden, wer die BA-Studiengänge "Musikwissenschaft", "Populäre Musik und Medien" oder "Kulturwissenschaften" (mit Musikwissenschaft als einem der beiden Fächer) an der Universität Paderborn oder einen gleichwertigen oder vergleichbaren Studiengang, der Musikwissenschaft einschließt, an einer anderen Universität erfolgreich absolviert hat.

4. Curriculum

1.–3. Studiensemester

Modul M 1:

Vermittlung von musikwissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Studierenden des MA-Studiengangs werden als Tutoren zu den Vorlesungen "Allgemeine Musikgeschichte I und II" eingesetzt. Hierbei sollen sie die didaktischen Kompetenzen und Techniken, die sie im Seminar "Musikvermittlung" erlernen bzw. die Medienkompetenzen, die sie im Rahmen des BA-Studiums erworben haben, anwenden und die Studienanfänger dazu anleiten, das in der Vorlesung vermittelte musikgeschichtliche Wissen zu vertiefen, zu sichern und zu ergänzen. Sie werden von den Lehrenden, die die Vorlesung leiten, beraten, planen jedoch Inhalte und Vermittlungsformen weitgehend im Team mit anderen Tutoren.

Ein zweites Ziel bei der verantwortlichen Durchführung der Tutorate durch die MA-Studierenden besteht darin, dass im BA-Studium erworbene musikgeschichtliches Überblickswissen durch Wiederholung abzusichern, zu vertiefen und sich dabei auf dem inzwischen erreichten erhöhten Wissens- und Reflexionsniveau kritisch mit den Methoden der Musikgeschichtsschreibung auseinander zu setzen.

Modul M 2:

Eigenständige Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsthemen, Erweiterung der Kenntnisse aktueller musik- bzw. kulturwissenschaftlicher Literatur, Erwerb von Urteilskompetenz, Erwerb von Präsentationsfähigkeiten. Dabei soll die bereits bewährte Organisationsform des Kolloquiums beibehalten bleiben, in dem alle fortge­schrittenen Studierenden (derzeit des Magister-, in Zukunft des MA-Studien­gangs) gemeinsam mit den Doktoranden, Habilitanden sowie den Lehrenden des Seminars teilnehmen, sodass die Studierenden ebenso von den Erfah­rungen der Lehrenden profitieren wie umgekehrt die im Fach bereits etab­lierten, routinierten Wissenschaftler von der kritischen Unbefangenheit der Studierenden.

Module M 5, M 6 und M 7:

Die Studierenden des MA-Studiengangs sollen hier auf der einen Seite weitere Themengebiete und Ansätze der Musikwissenschaft kennen lernen und ihre Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten und Forschen ausbauen. In der Regel werden die Studierenden beider Studiengänge die Veranstaltungen gemeinsam besuchen. Im Sinne einer inneren Differenzierung werden die MA-Studierenden mit deutlich erhöhten Anforderungen an die Qualität und Länge ihrer Texte konfrontiert und zugleich dazu angehalten, ihre vertiefte Sichtweise in den Seminarbeiträgen so zu artikulieren, dass sie auch das Problembewusstsein der BA-Studierenden schärfen, sodass die Studierenden beider Studiengänge voneinander profitieren.

Die Veranstaltungen zur Gattungs- und Kulturgeschichte der Musik (Modul M 5) werden ihren Schwerpunkt im Bereich der Auseinandersetzung mit musikalischen Werken und ihres kulturellen, mentalitätsgeschichtlichen, sozialen oder politischen Kontexts haben, während das Modul "Allgemeine Musikwissenschaft" (Modul M 6) daneben auch nicht primär historisch ausgerichteten Arbeitsgebiete der Musikwissenschaft als zusätzliche Arbeitsfelder akzentuiert. Das Erweiterungsmodul zur Musikhistorischen Forschung (Modul M 7) bleibt den Masterstudierenden vorbehalten. Hier sollen sie mit ggf. den Doktoranden/innen und den Lehrämtlern im Hauptstudium ihre musikwissenschaftlichen Spezialkenntnisse auf hohem Niveau vertiefen und diskutieren.

Die Module M 1, M 2, M 5, M 6 und M 7 dienen nicht nur dem weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Kompetenz, sondern auch der persönlichen Orientierung im Hinblick auf die Frage, ob sich die Studierenden nach dem MA-Abschluss für die Promotion oder aber für den Wechsel in die Berufswelt entscheiden.

Modul M 3:

Einen weiteren Schwerpunkt des MA-Studiums bildet die berufsfeldbezogene Praxis in Form eines Projekts (Modul M 3). Auch hier arbeiten die MA-Studierenden im Team mit denen aus dem BA-Studium zusammen und bringen dabei die Erfahrungen ein, die sie selbst während ihres ersten Projekts in ihrem eigenen BA-Studium gesammelt haben, sowie ihre fortgeschrittenen Vermittlungskompetenzen. Die MA-Studierenden haben durch die Erarbeitung eines zweiten Projekts die Gelegenheit, in einem weiteren Tätigkeitsbereich berufsfeldbezogene Kompetenzen zu erwerben, und erweitern damit auch die Basis für die berufliche Orientierung. Die Studierenden erhalten Anregung und Beratung durch die Lehrenden, sind jedoch weitgehend selbstständig für die Durchführung und Präsentation verantwortlich. Die Projekte laufen grundsätzlich über ein ganzes Jahr und beginnen immer im Sommersemester, damit die TeilnehmerInnen die lange vorlesungsfreie Zeit im Sommer für die Vorbereitung nutzen können.

Modul M 4:

Das Modul M 4 – "Ausgleich und Zusatz" – zielt darauf, den MA-Studiengang gleichermaßen für Absolventen des "Ein-Fach"-BA-Studiums wie auch für solche des "Zwei-Fächer-BA" (und ggf. Absolventen anderer Studiengänge) zugänglich zu machen.

Die Absolventen des Zwei-Fächer-BA erwerben in diesem Modul weitere grundlegende fachspezifische Methoden, die in ihrem Studium fehlten, aber für den Mastergrad als unabdingbar angesehen werden müssen: Umgang mit Quellentexten, der musikalische Analyse sowie Kenntnisse der Notation und Edition neuerer Musik. Die Absolventen des Ein-Fach-BA hingegen sollen diese Zeit für den Erwerb einer berufsfeldbezogenen Sprachkompetenz nutzen und so zugleich auf die mögliche internationale Ausrichtung des späteren Berufseinstiegs vorbereitet werden. Hierfür besuchen sie Lehrveranstaltungen aus dem Sprachkurs-Angebot der Universität Paderborn.

4. Studiensemester

Die Master-Arbeit wird am Ende des dritten und in den ersten Monaten des 4. Studiensemesters geschrieben. Am Ende des Studiums stehen die Disputation sowie eine mündliche Prüfung als Abschluss des Moduls "Aktuelle Forschung".

5. Die Berufsfeldorientierung des Studiengangs

Musikwissenschaftler sind zum einen an Universitäten, Hochschulen und staatlichen wie freien Forschungseinrichtungen, zum anderen in zahlreichen weiteren Berufen tätig. Obwohl es klar umrissene Berufsfelder für Musikwissenschaftler außerhalb von Universität, Musikhochschulen und anderen Forschungseinrichtungen in der Vergangenheit nicht gegeben hat, wirken sie etwa im Verlags- und Editionswesen, in Konzert- und Musiktheaterdramaturgie, in Rundfunk und Fernsehen, im Kulturmanagement, in Publizistik, in der Privatwirtschaft, im Stiftungswesen, administrativen Bereichen wie etwa Kulturämtern und –dezernaten sowie in der außerschulischen und außeruniversitären Bildungsarbeit. Das Ziel des Studiengangs ist es daher, die Studierenden zu Musikwissenschaftlern im eigentlichen Sinne auszubilden, die basierend auf einem breiten Kenntnisstand über die Musik in ihrer Gesamtheit und ihrer gesamtkulturellen Einbettung sowie aufgrund der im Laufe des Studiums vermittelten Fähigkeiten in der Lage sind, auf die flexiblen Anforderungen des Arbeitsmarktes zu reagieren. Ziel aller Module ist es daher, die Studierenden dazu in die Lage zu versetzen, den Anforderungen der unterschiedlichen Berufsfelder begegnen zu können. Allgemein sollen die Module die während des BA-Studiums erworbenen Kenntnisse und Fähigkeit vertiefen und insbesondere die Voraussetzungen für eine anschließende Promotion schaffen. In besonderer Weise dienen die Modul 3 zur "Berufsfeldbezogenen Praxis" und das Modul 4 zur Sprachkompetenz der Qualifizierung der Studierenden für potentielle Berufsfelder. Nicht zuletzt soll in dem Projektmodul Teamfähigkeit und die Kontaktaufnahme mit unterschiedlichen Institutionen bzw. Unternehmen ausgebildet werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Mitwirkung bei der Forschungsarbeit der am Haus angesiedelten Drittmittelprojekte.

Dem Aspekt der Vermittlung, der einen besonderen Schwerpunkt des MA-Studienganges darstellt, kommt eine besondere Bedeutung zu im Hinblick auf das mögliche Berufsfeld Hochschule, das zwar zahlenmäßig nicht dominiert, jedoch von besonderer Wichtigkeit für die Weiterentwicklung der Musikwissenschaft als Hochschuldisziplin ist. Es dürfte sich als vorteilhaft erweisen, wenn die Studierenden in Zukunft bereits in der Phase des MA-Studiums Methoden der Vermittlung lernen und reflektieren, anstatt – wie bislang die Regel – erst in der Habilitationsphase mit der Problematik des Lehrens und Lernens konfrontiert zu werden. Zum einen werden aus dem Studium Absolventen hervorgehen, die sich nicht als 'reine Wissenschaftler' definieren, sondern auch als Lehrende eine hohe Qualifikation erworben haben; zum anderen wird so der Fähigkeit des Vermittelns von vornherein eine stärkere Bedeutung beim Erwerb eines persönlichen Berufsprofils zukommen, was auch auf die übrigen Berufsfelder eine positive Ausstrahlung hat.

6. Modulübersicht

Module

Art der Veranstal­tung

SWS

LP

P/WP

Prüfungsleistung

Zeitpunkt u. Dauer

M 1. Vermittlung
Tutorium zur Vorl. "Allg. MG. I"
"Musikvermittlung"
Tutorium zur Vorl. "Allg. MG. II"


Tutorium
Seminar
Tutorium

6
2
2
2

12
4
4
4


P
P
P


Arbeitsbericht
Hausarbeit
Arbeitsbericht

1.–2. Sem.
(1.)
(1.)
(2.)

M 2. Aktuelle Forschung
"Aktuelle musikwiss. Forschung"
"Aktuelle musikwiss. Forschung"
"Aktuelle musikwiss. Forschung"
"Aktuelle musikwiss. Forschung"


Kolloquium
Kolloquium
Kolloquium
Kolloquium

4
1
1
1
1

13 2
2
3
6


P
P
P
P



Projektvorst.
MA-Projekt
Mdl. Prüfung

1.–4. Sem.
(1.)
(2.)
(3.)
(4.)

M 3. Berufsfeldbezogene Praxis: Projekt
Vertiefung Projekt Teil I
Vertiefung Projekt Teil II



Projekt
Projekt


4
2
2


10
4
6



P
P



Schriftl. Arbeit Präsentation


2.–3. Sem.
(2.)
(3.)

M 4. Ausgleich und Zusatz Qualifikationsergänzung durch Sprachkurse oder ausgewählte Lehrveranstaltungen

10

16


VP
(Nicht endno­ten­relevant)

1.–2. Sem.

M 5. Vertiefungsmodul I: Gattungs- und Kulturgeschichte
2 Seminare zur Gattungs- und Kulturgeschichte der Musik



Seminar
Seminar


4
2
2


9
3
6



WP
WP



VP
VP in 2 TP


1. Sem.
(1.)
(1.)

M 6. Vertiefungsmodul II: Arbeitsgebiete der Musikwissenschaft
2 Seminare aus je einem der Gebiete:
- Historische Musikwissenschaft       - Populäre Musik
-
Musikethnologie
-
Systematische Musikwissenschaft
-
Gender Studies




Seminar
Seminar



4
2
2



9
3
6




WP
WP




VP
VP in 2 TP



2.–3. Sem.
(2.)
(3.)

M 7. Erweiterungsmodul Musikhistorische Forschung
2 Masterseminare zur Gattungs- und Kulturgeschichte der Musik



Seminar
Seminar


4 
2
2


9
3
6



P
P



VP
VP in 2 TP


2.–3. Sem.
(2.)
(3.)

Studium generale
Lehrveranstaltungen nach Wahl (nach Maßgabe der jeweiligen Fächer)

 

Fachspezifisch

12
5
4
3

 

 

1.–3. Sem.
(1.)
(2.)
(3.)

Master-Arbeit
Schriftliche Arbeit
Disputation

 

 

30
26
4

 

 

3.–4. Sem.

Aufteilung auf die Semester:

Sem.

SWS

LP

Zusammensetzung LP

Module

Anmerkungen

1. WS

13 + Sg

30

8 + 2 + 6 + 9 + 5

M1, M2, M4, M5, Sg

 

2. SS

15 + Sg

30

4 + 2 + 4 + 10 + 3 + 3 + (4)

M1, M2, M3, M4, M6, M7, Sg

 

3. WS

7 + Sg

30

3 + 6 + 6 + 6 + 6 + (3)

M2, M3, M6, M7, Sg

[Beginn der Masterarbeit]

4. SS

1

30

6 + 20 + 4

M2

Master-Arbeit

Summe

36 + Sg

 

 

 

 

Abkürzungen:

CP        Credit Point
ECTS    European Community Course Credit Transfer System
P          Pflichtveranstaltung
S          Seminar
SG        Studium Generale
SWS     Semesterwochenstunden
TP        Teilprüfung(en): mündliche Präsentation oder schriftl. Hausarbeit
Tut       Tutorium
Üb        Übung
V          Vorlesung
VP        Veranstaltungsbezogene Prüfung
WP       Wahlpflichtveranstaltung