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Prof. Dr. Rebecca Grotjahn
Geschichte des Singens
Mi, 13–15 Uhr, Detmold, Schubertplatz, Raum 21
Proseminar/Seminar für die Studiengänge (MW Mag, MW BA 1 (Module 9, 10), MW BA 2 (Module VI, VII), LA Musik (Module EM 1, M 2, EM 2), KA, MP, KM, MÜ)
Was würde passieren, wenn Maria Malibran mit einer Zeitmaschine in unsere Zeit versetzt würde? Wäre sie auch heute ein Star? Oder fände sie nicht mal im Chor der kleinsten Provinzbühne ein Engagement? Sänge sie wie Cecilia Bartoli? Oder eher wie Marilyn Horne?
Der Seminartitel „Geschichte des Singens“ verweist auf ein Problem: Wie kann das Singen historisch untersucht werden? Hat es überhaupt eine Geschichte? Oder nur eine Vergangenheit, die aufgrund der Flüchtigkeit der Musikpraxis gar nicht rekonstruierbar ist? Fest steht: In den Epochen der ‚abendländischen‘ Musikgeschichte haben Menschen sehr unterschiedlich gesungen, obwohl sich in dieser kurzen Zeit an den physiologischen und anatomischen Voraussetzungen kaum etwas geändert haben dürfte.
Im Bewusstsein dieser Problematik wird sich das Seminar mit dem Wandel der Stimmideale und des Singens seit etwa 1600 befassen. Ein wichtiges Ziel ist es, Methoden der historischen Beschäftigung mit dem Singen kennen zu lernen und einzuüben. Hierzu gehören insbesondere die Lektüre von Quellentexten, der Vergleich von Tonaufnahmen, die Analyse von Notentexten im Hinblick auf die komponierte Vokalität – und auch das praktische Ausprobieren von Gesangstechniken.
Lektüre zur Vorbereitung:
MGG prisma – Gesang, hrsg. von Thomas Seedorf, Kassel/Stuttgart etc.: Bärenreiter/Metzler 2001 (zur Anschaffung dringend empfohlen)
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