Hochschule-Detmold MuWi Uni Paderborn
pointergermanenglish
Sie sind hier:  Home > Int. Ethel-Smyth-Gesellschaft > Aktuelles
Dienstag, 21. Juni 2011

DGS-Preis 2011 ging an die Ethel-Smyth-Forschungsstelle

7. Juli 2011 14 Uhr, Preisverleihung, Stiftung der Dienstleistungsgruppe Salzkotten

Die Stiftung der Dienstleistungsgruppe Salzkotten fördert innovative praxisbezogene Forschung in der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn. Dabei soll mit den Forschungsmitteln insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden. Marleen Hoffmann hat für die Durchführung ihres Dissertationsprojektes den diesjährigen DGS-Forschungspreis gewonnen.

Es folgt die Pressemitteilung von Marleen Hoffmann:

Die englische Komponistin, Schriftstellerin und Suffragette Ethel Smyth – Aufdecken ihrer Selbstkonzepte durch intensive Quellenstudien

Dissertationsprojekt: Die englische Komponistin, Schriftstellerin und Suffragette Ethel Smyth – ihr Selbstkonzept und ihr künstlerisches und politisches Handeln
Betreuerin: Prof. Dr. Rebecca Grotjahn, Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/ Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Universität Paderborn

„I had every right to be a rebel!” So lautet eine von vielen Selbstaussagen der englischen Komponistin Ethel Smyth (1858–1944), die man in ihren zahlreichen Memoirenbänden, Zeitungsartikeln, Leserbriefen, Tagebüchern und Korrespondenzen findet. Durch den March of the Women, die Hymne der englischen Frauenwahlrechtsbewegung, ist Smyth zunächst in den 70er Jahren vor allem als Suffragette wiederentdeckt worden, doch sie selbst hat sich in erster Linie immer als Komponistin verstanden und Musik als ihren Beruf angesehen. Immerhin komponierte sie sechs Opern, eine Sinfonie, eine Messe, etliche Lieder, Kammermusikwerke und Chor- und Orchesterstücke. Aber Smyth verbrachte auch viel Zeit damit, zehn mehr oder weniger autobiografische Bücher zu schreiben, ihre eigenen Werke zu dirigieren, Kontakte in Adels-, als auch Musiker- und Schriftstellerkreisen in ganz Europa zu knüpfen, durch Griechenland, Italien und Ägypten zu reisen und an militanten Aktionen der Suffragetten teilzunehmen. Um die Widersprüchlichkeiten zwischen ihren Selbstaussagen und ihrem tatsächlichen Handeln, soweit rekonstruierbar, im Rahmen meiner Dissertation aufdecken zu können, ist es notwendig, möglichst viele verschiedene Quellen, einerseits Selbstzeugnisse, andererseits Aussagen von Zeitgenossen, Zeitungsberichte, etc., miteinander zu vergleichen. Da es keinen festen Nachlassort gibt, wird man in fast allen Ländern und Orten fündig, an denen Smyth selbst einmal war, d. h. u. a. Großbritannien, Deutschland, Österreich, Frankreich und die USA. Den DGS-Preis möchte ich dazu nutzen, Archive in Großbritannien aufzusuchen, z. B. die British Library, die gezielt Smytharchivalien aufkauft, und die Durham University Library, in der sich unveröffentlichte Autographe von Kammermusikwerken aus ihrer Leipziger Studienzeit befinden.